Öffnungszeiten:
Montag - Mittwoch 16:00 - 00:00
Donnerstag - Samstag 16:00 - 02:00
Sonntag geschlossen
Das Statt-Beisl ist Teil eines Ortes mit langer Geschichte: dem WUK – Werkstätten- und Kulturhaus – einem der wichtigsten soziokulturellen Zentren Wiens.
Errichtet wurde das Gebäude bereits 1855 als Lokomotivfabrik der k.k. privilegierten Staatseisenbahn-Gesellschaft. Über viele Jahrzehnte hinweg wurde hier produziert, gearbeitet und Wiener Industriegeschichte geschrieben. Die weitläufige Anlage, wie sie heute noch besteht, geht auf diese Zeit zurück und prägt bis heute die besondere Atmosphäre des Hauses.
Erst mit dem Wandel der Industrie im 20. Jahrhundert verlor der Standort seine ursprüngliche Funktion. In den späten 1970er-Jahren stand das Areal schließlich leer – ein Ort mit Geschichte, aber ohne Nutzung.
Die Wiederbelebung begann 1981, als das Gebäude im Zuge der Wiener Hausbesetzer:innenbewegung besetzt wurde. Aus einer Initiative heraus entstand innerhalb kurzer Zeit ein offener Raum für Kunst, Kultur und gesellschaftspolitischen Austausch – getragen von Menschen, die neue Formen des Zusammenlebens und Arbeitens erproben wollten.
Von Anfang an mit dabei waren Evelyne und Annemarie Dittrich, die früh Verantwortung im entstehenden Haus übernahmen und insbesondere im Aufbau der gastronomischen Strukturen eine zentrale Rolle spielten.
Evelyne Dittrich war maßgeblich an den Anfängen des Statt-Beisl beteiligt und prägte die Idee eines offenen, zugänglichen Wirtshausortes innerhalb des Hauses.
Annemarie Dittrich war zunächst im Frauenzentrum aktiv und brachte sich bald auch im gastronomischen Bereich ein. Sie war entscheidend am Aufbau des Statt-Beisl beteiligt und prägte dieses ab 1987 über viele Jahre hinweg im täglichen Betrieb, in der Küche und in seiner Haltung.
Mit der offiziellen Eröffnung des WUK als Werkstätten- und Kulturhaus im Jahr 1983 wurde aus der anfänglichen Besetzung ein dauerhaft etablierter Ort der Wiener Kulturszene – und das Statt-Beisl war von Beginn an Teil dieser Entwicklung.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Statt-Beisl zu einem zentralen Treffpunkt im WUK. Hier begegnen sich bis heute Künstler:innen, Aktivist:innen, Besucher:innen und Menschen aus der Nachbarschaft – unkompliziert, direkt und ohne Schwellen.
Besonders prägend war dabei die Hofbar, die seit den 1980er-Jahren über mehr als 40 Jahre hinweg den Innenhof des WUK mitgestaltete. Sie war ein Ort für lange Sommerabende, spontane Gespräche und das besondere Gefühl, Teil eines lebendigen Hauses zu sein.
In dieser gewachsenen Struktur setzte sich auch eine besondere Kontinuität fort:
Rolf Dittrich wuchs im Umfeld des WUK und des Statt-Beisl auf und kennt das Haus seit seiner
Kindheit. Heute führt er das Statt-Beisl als Betreiber weiter und verbindet dabei die Geschichte des Ortes mit der Gegenwart – geprägt von persönlicher Erfahrung
und einem tiefen Verständnis für das, was dieses Beisl ausmacht.
Zwischen 2021 und 2024 wurde das WUK umfassend saniert und behutsam in die Zukunft geführt. Die historische Substanz des Hauses wurde gesichert, gewachsene Strukturen weiterentwickelt und das gesamte Areal so gestaltet, dass es auch kommenden Generationen als offener Kulturort erhalten bleibt.
Diese Veränderungen machten auch vor dem Statt-Beisl nicht halt. Im Zuge der Sanierung wurde das Lokal neu gedacht und in die erneuerte Infrastruktur des Hauses eingebettet – mit dem Anspruch, seine Rolle als Treffpunkt weiterhin lebendig zu halten und gleichzeitig an neue Gegebenheiten anzupassen.
Mit dieser Erneuerung war jedoch auch ein Verlust verbunden: Die über 40 Jahre bestehende Hofbar, die den Innenhof des WUK geprägt und für unzählige Sommerabende den Rahmen geschaffen hatte, musste weichen. Für viele war sie weit mehr als ein Außenbereich – sie war ein Ort der Begegnung, der Gespräche und der besonderen Atmosphäre, die das WUK seit Jahrzehnten auszeichnet.
Was bleibt, ist die Erinnerung an einen Ort, der für viele Menschen ein Stück gelebte Stadt war – und die Gewissheit, dass genau dieser Geist auch in Zukunft Teil des Statt-Beisl bleiben wird.
Heute ist das Statt-Beisl ein Ort, an dem sich Geschichte und Gegenwart nicht nur begegnen, sondern ganz selbstverständlich ineinander übergehen. Verwurzelt in den Aufbrüchen der frühen 1980er-Jahre, geprägt von Menschen, die das Haus über Jahrzehnte hinweg aufgebaut und getragen haben, und weitergeführt von einer neuen Generation, steht das Beisl heute für eine lebendige, selbstbewusste Wiener Wirtshauskultur im Hier und Jetzt.
Gerade in einer Stadt, in der sich vieles verändert, bleibt das Statt-Beisl ein verlässlicher Ort: offen, zugänglich und geprägt von einer Atmosphäre, in der unterschiedliche Menschen zusammenkommen – sei es vor oder nach einer Veranstaltung im WUK, auf ein schnelles Mittagessen oder für einen langen Abend.
Im Zentrum steht dabei immer das, was ein gutes Beisl ausmacht: ehrliches, frisch gekochtes Essen, das sich an der Wiener Küche orientiert und gleichzeitig Raum für neue Einflüsse lässt. Ergänzt wird das durch eine große Auswahl an Getränken, die bewusst kuratiert ist – von klassischen Wiener Bieren bis hin zu einer stetig wachsenden Vielfalt an Spezialitäten.
Besonders hervorzuheben ist dabei die Rolle des Statt-Beisl als eines der führenden Craft-Beer-Lokale der Stadt. Die Auswahl reicht von regionalen Brauereien bis hin zu internationalen Spezialitäten und macht das Beisl zu einem Ort, an dem Bierkultur aktiv gelebt wird – zugänglich für Kenner:innen ebenso wie für Neugierige.
Gleichzeitig bleibt das Statt-Beisl das, was es immer war: ein Ort für Gespräche, für Begegnungen, für Diskussionen – laut oder leise, spontan oder geplant. Ein Ort, an dem man bleiben kann, auch wenn man eigentlich nur auf ein Getränk kommen wollte.
So verbindet das Statt-Beisl heute seine Geschichte mit einem klaren Blick nach vorne: als Teil eines erneuerten WUK, als Treffpunkt im Grätzel und als lebendiger Bestandteil der Wiener Kulturszene.
Ein Beisl, das geblieben ist – und sich gerade deshalb immer weiterentwickelt.
Öffnungszeiten:
Montag - Mittwoch 16:00 - 00:00
Donnerstag - Samstag 16:00 - 02:00
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